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Gewalterfahrungen beeinträchtigen die Schwangerschaft

6 Dezember 2011
© unpict - Fotolia.com

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Eine neue repräsentative Studie, in der 13 Prozent aller Frauen angaben bereits sexuelle Gewalt erlebt zu haben, alarmiert Psychologen und Ärzte. 

Schwangerschaft kann Frauen in existenzielle Krisen führen, die im schlimmsten Falle mit der Tötung des eigenen Babys enden, wie es unlängst in Berlin geschah. Das Risiko für das Eintreten solcher Komplikationen ist bei Frauen, die Bereits Opfer sexueller Gewalt wurden besonders hoch. Diese Art von Komplikationen können vor, während und nach der Geburt des Kindes eintreten und sind meist medizinisch-psychologischer Natur. Es kann zu Komplikationen bei der Entbindung kommen, oder sogar zu einer ausgeprägten Wochenbettdepression

Die Gynäkologin Maren Goeckenjan von der Frauenuniversitätsklinik Heidelberg kritisiert, dass die Fakten der Studie, die keinesfalls neue Erkenntnisse seien, nicht in die klinische Praxis der Schwangerschaftbetreuung einfließen würden. Sie fordert eine bessere Vernetzung von Psychatrie, Polizei, Frauenhäusern und anderen Institutionen, bei denen betroffene Frauen Hilfe finden können. 

Die Umfrage macht deutlich, dass Gewalt gegen Frauen ein gesellschaftlich weit verbreitetes Phänomen ist. Aber auch die Schwangerschaft an sich, kann zu mehr Gewalt führen, denn sie stellt die Partnerschaft auf eine massive Probe. Durch die Schwangerschaft können auch finanzielle Probleme auftreten, was einer anderen Studie zufolge, genauso wie Stress das Aggressionpotential in der Partnerschaft erhöht.

Goeckenjan hält die Ärzteschaft dazu an genau hinzuschauen. Die Gynäkologin sagte wörtlich: “Es kommt auf das Verständnis und die Interpretation von besonderen Verhaltensweisen an, wie plötzliche Verhaltensänderungen, Probleme im Arzt-Patienten-Verhältnis oder Panik angesichts medizinischer Maßnahmen”

Spezielle Workshops können dem Klinikpersonal ein besseres Verständnis und Gespür für den Umgang mit Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, vermitteln. Langfristig wäre, so Goeckenjan, eine Vermittlung der betroffenen Frauen an Psychotherapeuten von Vorteil.