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Mieter und vor allem Mütter in Thüringen können aufatmen: Seit Anfang 2012 können insbesondere Schwangere, junge Frauen und Eltern mit Kleinkindern, die zur Miete leben, kostenfrei ihr Leitungswasser auf Blei untersuchen lassen. Dazu braucht es lediglich ein kurzes Gespräch mit einem Mitarbeiter des Gesundheitsamts. Dabei bekommt man eine Flasche, die man mit Trinkwasser von Zuhause auffüllt und dann im Gesundheitsamt wieder ab gibt. Per Post gibt es dann die Ergebnisse der Analyse. Ein solcher Test ist alles andere als preiswert – und doch ist sauberes Trinkwasser wichtiger als gedacht, gerade für Säuglinge und Kleinkinder.
Die ganze Aktion ist Teil des Thüringer Programms „Bleirohre in der Hausinstallation“. Bis 1973 wurden beim Häuserbau häufig Bleirohre verwendet, weil man noch nicht um die gesundheitsgefährdenden Aspekte des stabilen Materials wusste. Eigentlich sollten alle Bleirohre bei Sanierungen ersetzt werden – Fakt ist allerdings, dass Trinkwasser noch in vielen alten Wohnhäusern aus Bleirohren fließt. Gemeinsam mit dem Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz und den Gesundheitsämtern will das Thüringer Gesundheitsministerium so den restlichen Bleirohren auf die Schliche kommen – und ihre Bewohner schützen. Denn Blei ist ein Nerven- und Blutgift, was sich in den Knochen anreichert und nur sehr langsam wieder abgebaut wird. Vor allem Kinder scheiden Blei besonders langsam aus. Trinkt die Mutter Wasser mit Blei, bemerkt sie eventuell gar keine Nebenwirkungen, da sie mehr vom Nervengift verträgt. Stillt sie aber ihr Kind, bekommt es auf diesem Wege auch Blei – und kann im schlimmsten Fall an einer Vergiftung erliegen.
Bislang haben erst zwei Mieter vom neuen Service Gebrauch gemacht – beides Male mit einem negativen Ergebnis, die Grenzwerte wurden also zum Glück nicht überschritten. Doch während man sich hierzulande um Blei im Wasser Sorgen macht, ist der Rest der Welt überhaupt froh, an halbwegs trinkbares Wasser zu kommen: Obwohl es sich um ein Menschenrecht handelt, haben rund 11 Prozent der Weltbevölkerung noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 3.000 Kinder sterben täglich durch Durchfall, der von verunreinigtem Wasser stammt.
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