Archiv für Juli 2011

Übergewicht in der Schwangerschaft

19 Juli 2011

Der Schwangerschaftsbauch, Foto: allykeer_flickr

Die Schwangerschaft: eine Periode im Leben einer Frau, in der sie sich scheinbar jeden Tag in einem „neuen Körper“ wiederfindet, weil Veränderungen unglaublich schnell ablaufen und die Entwicklung des Kindes zu verändertem Empfinden und natürlich auch Aussehen der Mutter beiträgt. In dieser Zeit ist es für Frauen ziemlich leicht, mit schlechten Gewohnheiten aufzuhören: das Rauchen wird dem Kindchen zuliebe aufgegeben, auch der abendliche Rotwein wird gestrichen. Doch in einem Punkt verhalten sich viele Schwangere leider falsch: die gesunde, abwechslungsreiche und vor allem maßvolle Ernährung wird oft nicht beachtet.

Grund dafür ist die alte und leider noch weit verbreitete Annahme, man müsse „für Zwei“ essen. Diese Ammenweisheit ist heutzutage längst überholt. Es gilt, erst ab dem dritten Schwangerschaftsmonat ungefähr 400 kcal mehr als üblich zu sich zu nehmen -das entspricht beispielsweise einem Vollkornbrot mit Butter und Käse und einem kleinen Apfel. Leider schonen sich auch viele werdende Mütter zu sehr, bewegen sich kaum noch, teils aus Trägheit, teils, um dem Kind durch Bewegung nicht zu schaden. Völliger Schwachsinn, meint Professor Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin. Zwar sollten Extremsportarten wie Marathonlauf oder Klettern gemieden werden, gegen sanfte und regelmäßige Bewegung sei jedoch nichts einzuwenden. Demnach helfe ein flotter Spaziergang morgens und abends gegen Übergewicht in der Schwangerschaft. Dieses stellt nämlich einen enormen Risikofaktor dar: zum einen erhöht Übergewicht der Mutter die Chance, dass das Kind selbst zu viel wiegt. Dies kann Komplikationen bei der Geburt mit sich bringen, die oft nur durch einen Kaiserschnitt zu umgehen sind. Auch Schwangerschaftsdiabetes kann die Folge falscher Ernährung sein, genauso wie Bluthochdruck und die Bildung von Ödemen. Sogar Präeklampsie, eine schlimme Form der Schwangerschaftsvergiftung, kann durch Übergewicht ausgelöst werden.

Es lohnt sich also, sich bei den Mahlzeiten zu zügeln und selbst im Falle von Heißhungerattacken lieber auf Gemüse und Obst als auf Schokolade zurückzugreifen.

Die Familien-Hebamme

5 Juli 2011

Hebamme, Quelle: Berberich_flickr

Für Eltern ist die Geburt ihres Kindes wohl das schönste Geschenk überhaupt. Doch vor allem junge Paare wissen oft nicht wie sie mit den Kindern umzugehen haben und fühlen sich oft überfordert. Dafür gibt es im Auftrag des Gesundheitsamtes so genannte Familienhebammen, die zu den Eltern nach Hause kommen und ihnen in den ersten Tagen nach der Geburt hilfreiche Tipps geben wie sie mit dem Baby umzugehen haben. Die Unterstützung dient in erster Linie als Orientierung, denn nicht jede junge Familie weis auf Anhie wie man sich einem Neugeborenen gegenüber verhält.

Allerdings ist die Funktion einer Famillien-Hebamme auf keinen Fall einfach nur beratend. Wichtig ist auch dass sich die Hebamme in allen medizinischen Fragen auskennt die die Mutter und das Kind betriffen. Denn vor allem direkt nach der Geburt kommt es oft zu kleinen Weh-Wehchen die dank einfachster Mittel behoben werden können.

Auch das Wachstum und die Verdauung des Kindes werden von ihr unter die Lupe genommen. Vor allem in den ersten Tagen auf der Welt nehmen Kinder schnell an Gewicht zu. Die Hebamme würde also sofort bemerken wenn es dem Kind an etwas fehlt. Auch die Versorgung der Mutter ist nach den Strapazen der Geburt sehr wichtig. Viele Mütter leiden sehr unter dieser Anstrengung. Hinzu kommt noch die Belastung der letzten Schwangerschaftswochen.

Praktisch ist vor allem für sozial schwache Familien dass die Familien-Hebammen in einem engen Netzwerk mit behörden und Instutionen zusammen arbeiten und so bei jedem Problem eine Lösung anbieten können. Im Vordergrund steht hier immer das Wohl des Kindes.

Je nach Wunsch oder Not kommt eine Familien-Hebamme drei oder vier Wochen in eine Familie uns ist hier der Kontaktpunkt für alle offenen Fragen.

Hormonhaushalt während der Schwangerschaft

4 Juli 2011

Schwanger, Quelle: serenityphotographyltd_flickr

Dass der Hormonhaushalt während der Schwangerschaft völlig verrückt spielt, ist kein Geheimnis. Viele Schwangere klagen über plötzliche Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit, Appetitlosigkeit oder eine Änderung ihrer Vorlieben. Es kommt zum Beispiel sehr oft vor, dass sich langjährige Vegetarierinnen während der Schwangerschaft plötzlich nach Steaks, Wiener Würstchen und Co. Sehnen. Ja, meine lieben werdenden Mütter, daran sind die Hormone schuld.

 

Was jedoch kaum einer weiß: Hormone spielen nicht nur während, sondern auch vor der Schwangerschaft eine unglaubliche Rolle, denn ohne sie könnte eine Befruchtung der Eizelle überhaupt nicht stattfinden.

Hauptverantwortlich für die Ausschüttung von Hormonen ist die Hirnanhangsdrüse, die sogenannte Hypophyse.

 

So ist es der Wille der Hormone, dass in den Eierstöcken überhaupt jeden Monat eine Eizelle heranreift. Das Ei befindet sich in einem mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, welches selbst das Hormon Östradiol produziert. Das dient dazu, die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung vorzubereiten. In der Mitte des Zyklusses platzt nun dieses Eibläschen, es erfolgt also der sogenannte „Eisprung“. Der Hohlraum, der entstanden ist, füllt sich mit einem weiteren Hormon, dem „Gelbkörper-Hormon“ Progesteron. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutter noch stärker durchblutet wird. Dadurch erfährt sie eine bessere Versorgung mit Nährstoffen und ist somit besser auf eine befruchtete Eizelle vorbereitet.

 

Wurde das Ei nun wirklich befruchtet, so nistet es sich in der Gebärmutter ein. Der sich teilende Keim beginnt selbständig mit der Produktion des Schwangerschaftshormons HCG. Und dieses wiederum lässt den Schwangerschaftstest positiv reagieren! Außerdem ist HCG verantwortlich für die ersten Zeichen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten: Übelkeit, Hitzewallungen, Spannungen in der Brust.

Man sieht also, dass Hormone nicht nur eine kleine Nebenrolle spielen, sondern den Prozess erstmal in Gang bringen.

Anzeichen der Wehen

1 Juli 2011

Foto: Schwangerschaft_flickr

Welche werdende Mutter kennt es nicht, dieses unglaubliche Gefühl der Vorfreude und nervöser Erwartung ihres eigenen Nachwuchses?! Besonders in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann es schon leicht zu Ungeduld kommen und da ist es selbstverständlich, dass jedes kleinste Ziehen im Bauch als Wehe gedeutet wird. In den meisten Fällen ist dies jedoch „Fehlalarm“ und das Kleine lässt sich noch eine Weile Zeit mit dem auf-die-Welt-kommen.

Doch woran erkennt eine Schwangere nun, wenn es sich um echte Wehen handelt und die Geburt kurz bevor steht?

Zu empfehlen ist es zum einen, ein warmes Bad zu nehmen. Wenn „echte“ Wehen vorliegen, dann werden sich diese verstärken. „Falsche“ Wehen werden abgeschwächt oder verschwinden ganz.

Auch die Frequenz der Kontraktionen gibt Aufschluss darüber, ob sie eine Geburt einleiten oder nicht: sobald der Druck oder das Ziehen (jede Frau empfindet die Auswirkungen der Wehen anders) regelmäßig auftritt, bedeutet das, dass das Baby sich nun langsam auf den Weg macht.

Doch auch das ist kein Grund zur Eile: erst, wenn die Wehen alle 10 Minuten kommen, ist es angebracht, in die Klinik zu fahren.

Ein weiteres Anzeichen für die bevorstehende Geburt ist die Abgabe von ein wenig Blut durch den Muttermund. Wenn dieser sich nämlich langsam zu öffnen beginnt, platzen kleine Gefäße.

Wehen, die nicht zur Einleitung der Geburt führen, haben zwei Ziele: erstens sollen sie das Muskelgewebe der Gebärmutter für die Geburt trainieren, zweitens wird das kleine Babyköpfchen durch die leichten Kontraktionen nach unten in Richtung Beckeneingang geschoben.

Es handelt sich also um völlig natürliche Vorgänge, die von der werdenden Mutter nicht mit Angst, sondern Akzeptanz für die biologischen Abläufe in ihrem Körper zur Kenntnis genommen werden sollten. Es ist verständlich, wenn besonders Erstgebärende sich Sorgen machen, weil sie nicht genau wissen, ob das, was „in ihnen“ passiert, auch gut für ihr ungeborenes Kind ist. Deshalb ist ein Anruf bei der betreuenden Hebamme oder beim zuständigen Frauenarzt keine Schande.