
Der Schwangerschaftsbauch, Foto: allykeer_flickr
Die Schwangerschaft: eine Periode im Leben einer Frau, in der sie sich scheinbar jeden Tag in einem „neuen Körper“ wiederfindet, weil Veränderungen unglaublich schnell ablaufen und die Entwicklung des Kindes zu verändertem Empfinden und natürlich auch Aussehen der Mutter beiträgt. In dieser Zeit ist es für Frauen ziemlich leicht, mit schlechten Gewohnheiten aufzuhören: das Rauchen wird dem Kindchen zuliebe aufgegeben, auch der abendliche Rotwein wird gestrichen. Doch in einem Punkt verhalten sich viele Schwangere leider falsch: die gesunde, abwechslungsreiche und vor allem maßvolle Ernährung wird oft nicht beachtet.
Grund dafür ist die alte und leider noch weit verbreitete Annahme, man müsse „für Zwei“ essen. Diese Ammenweisheit ist heutzutage längst überholt. Es gilt, erst ab dem dritten Schwangerschaftsmonat ungefähr 400 kcal mehr als üblich zu sich zu nehmen -das entspricht beispielsweise einem Vollkornbrot mit Butter und Käse und einem kleinen Apfel. Leider schonen sich auch viele werdende Mütter zu sehr, bewegen sich kaum noch, teils aus Trägheit, teils, um dem Kind durch Bewegung nicht zu schaden. Völliger Schwachsinn, meint Professor Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin. Zwar sollten Extremsportarten wie Marathonlauf oder Klettern gemieden werden, gegen sanfte und regelmäßige Bewegung sei jedoch nichts einzuwenden. Demnach helfe ein flotter Spaziergang morgens und abends gegen Übergewicht in der Schwangerschaft. Dieses stellt nämlich einen enormen Risikofaktor dar: zum einen erhöht Übergewicht der Mutter die Chance, dass das Kind selbst zu viel wiegt. Dies kann Komplikationen bei der Geburt mit sich bringen, die oft nur durch einen Kaiserschnitt zu umgehen sind. Auch Schwangerschaftsdiabetes kann die Folge falscher Ernährung sein, genauso wie Bluthochdruck und die Bildung von Ödemen. Sogar Präeklampsie, eine schlimme Form der Schwangerschaftsvergiftung, kann durch Übergewicht ausgelöst werden.
Es lohnt sich also, sich bei den Mahlzeiten zu zügeln und selbst im Falle von Heißhungerattacken lieber auf Gemüse und Obst als auf Schokolade zurückzugreifen.



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